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Feldhasen können nicht als Haustiere gehalten werden. Sie
halten sich in flachen Erdmulden auf. In Baden-Württemberg
gibt es entsprechend der sehr unterschiedlichen topographischen und klimatischen
Gegebenheiten eine große Spannweite der Siedlungsdichte. Aktuelle Zählergebnisse
(seit 1997, Projekt Niederwildzensus) zeigen z.B. für eine Probefläche im
Oberschwäbischen Hügelland eine relativ geringe Dichte von 4 Hasen pro 100 ha
Feldfläche. Dagegen sind in der klimatisch begünstigten Oberrheinebene nach
wie vor auch hohe Hasendichten vorzufinden (Maximalwerte bisher: 55 Hasen pro
100 ha im Frühjahr und 80 Hasen/100 ha im Herbst). Der Feldhase lebt in den
Niederungen und im Hügelland, vornehmlich in unverbautem Gebiet. Die Häsin
kann in einem Jahr 3 - 4 Geburten ("Würfe") mit je 1 - 4 Jungen großziehen.
Die neugeborenen Feldhasen haben schon bei ihrer Geburt ein dichtes Fell und können
schon am ersten Tag sehen und kriechen. Feldhasen sind Einzelgänger, die sich
nur in der Paarungszeit zusammenfinden. Die Zahl der Feldhasen ist in den
letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Gründe dafür sind die verstärkte
Mechanisierung der Heu- und Getreideernte, der Einsatz von Spritzmitteln, sowie
ganz allgemein eine Verringerung des Lebensraums durch Straßen- und Häuserbau
und eine Einengung durch das Abholzen von Hecken.
Der
Feldhase besiedelt die Wälder und Kultursteppen Eurasiens. Angesiedelt wurde er
in Irland, Schweden, Finnland und auch in Südamerika, Neuseeland sowie in
Australien wurde er eingeführt. Mit der Rodung der Wälder und der Verbreitung
des Ackerbaues fand der Hase besonders in Mitteleuropa ausgezeichnete Das aussagefähigste Zahlenmaterial über die Feldhasenbestände liefern immer noch die Jagdstatistiken. Wurden 1973 in Deutschland noch 1.000.363 Hasen erlegt, waren es 1993 nur noch 548.000. Trotz der zunehmend niedrigeren Strecken, wurden die Bestände weiterhin zu hoch angesetzt. So kam es mit dem Anbau der giftigen 00-Rapssorte ab 1986 zu noch stärkeren Bestandseinbußen. Der Feldhase hat als Kulturfolger unter den gewaltigen Veränderungen zu leiden, die sich aus der Umwandlung der Agro-Ökosysteme in intensiv bewirtschaftete Ackerflächen ergeben haben. Die genauen Ursachen, die für den dramatischen Rückgang des Hasen, vom intensiv genutzten Jagdwild zum Tier der Roten Liste, verantwortlich sind, sind zwar mittlerweile erkannt worden, werden aber immer noch heftig und kontrovers diskutiert. Besonders die Verluste durch die Ernte- und Mähmaschinen, in denen jedes Jahr ein Großteil der Junghasen qualvoll verendet bzw. verstümmelt wird, reißen jedes Jahr gewaltige Lücken in die instabilen Populationen. Den Rest erledigt der enorm angestiegene Verkehr auf den Straßen. Im Einzelnen ergeben sich folgende Aspekte, die in der jüngsten Zeit als Faktoren für den Bestandsrückgang verantwortlich gemacht werden: These 1 – Eine potentielle Unfruchtbarkeit der Rammler aufgrund des Einsatzes von Agrochemikalien mit östrogenähnlicher Wirkung, die auch zu Mißbildungen an den Geschlechtsorganen führen. Aktuelle Untersuchungen zeigten aber, das sowohl das Ejakulat der Rammler und deren Geschlechtsorgane als auch die Anzahl der Embryonen der Häsinnen im Normalbereich liegen. These 2 – Der Einsatz von Herbiziden zur "Unkrautbekämpfung" in den Ackerkulturen führt zu einer - mittlerweile unbestrittenen - Verarmung der Wildkräuter in der Feldflur. Genau diese fehlenden Kräuter benötigen vor allem die Junghasen für eine gesunde Ernährung und zum Aufbau einer arttypischen Magen- und Darmbakteriengesellschaft. Stellenweise werden aber vor allem Junghasen durch Pflanzenschutzmittel u. a. Gifte getötet. These 3 – Die Übervermehrung des Fuchses, die durch die erfolgreiche Bekämpfung der Tollwut und unattraktive Pelzpreise und damit abnehmender Jagd verursacht wird, schafft einen überhöhten Feinddruck, der durch fehlende Versteckmöglichkeiten noch verstärkt wird. |